Schlagwort Archiv: Triarii

Ideologisches Hütchenspiel (4): Ars Gratia Artis?

(Teil 1, 2, 3)

Ars Gratia Artis – der Titel von Erdmanns Manifest deutet eine argumentative Stoßrichtung an, die man dann im Text zunächst auch wiederfindet.

Es obliegt mir als Kunstschaffenden nicht, mich als Werkzeug irgendeiner wie auch immer gearteten, politischen oder ideologischen Weltanschauung zur Verfügung zu stellen oder in Form eines erzieherischen Auftrages zu handeln und anderen Menschen zu erklären, wie sie die Welt für sich begreifen sollen. Dann wäre das musikalische Schaffen für mich beendet, da die Muse dann nicht mehr frei wäre.

Ars gratia artis – die Kunst um der Kunst willen, ohne politische oder ideologische Komponente? Schwierig, wenn faschistische Symbole oder Begriffe aufgegriffen werden, aber nicht unmöglich: DAFs Mussolini ist ein herrliches Stück Dadaismus, das sich kaum in einen politischen Kontext stellen lässt und gerade deshalb beim erstmaligen Hören für Irritation sorgt.

Bei Triarii hingegen wirkt die Inanspruchnahme eines l’art pour l’art-Standpunktes fadenscheinig. (mehr …)

Ideologisches Hütchenspiel (3)

(Teil 1, 2, 4)

Die Verwendung faschistischer Symbole und Ästhetik allein macht einen Künstler nicht zum Faschisten. Sie kann Teil einer Strategie sein, die darauf abzielt, Faschismus aufzudecken, zu dekonstruieren oder lächerlich zu machen. Laibach dürfte das prominenteste Beispiel dafür sein, dass es möglich ist. ein solches Konzept erfolgreich und konsequent umzusetzen.

Im Werk von Triarii sucht man vergeblich nach dem Moment, in dem die Oberfläche durchbrochen und in Frage gestellt wird. (mehr …)