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Ah Cama-Sotz – None Of This Is True

1999 war ein gutes Jahr für An-Zen. Neben dem legendären Nord von Imminent Starvation erschien unter anderem auch das dritte Album von Ah Cama-Sotz.

Terra Infernalis war meiner Ansicht nach ein großer Schritt nach vorne für Ah Cama-Sotz und ist ein viel spannenderes Album als seine beiden Vorgänger. Terra Infernalis ist gleichermassen krachig-tanzbar wie atmosphärisch dicht – eine Kombination, die wenigen so gut gelingt und die sich auch auf den folgenden Alben wiederfinden würde.

Angesichts der Vielzahl von großartigen tracks auf Terra Infernalis fiel es schwer, einen einzelnen auszuwählen. Narbukh, Rite and Belief oder Look for graves with holes in them hätten es genau so verdient – aber irgendwie komme ich doch immer wieder auf None of this is true zurück – ein song, der seit vielen Jahren einen festen Platz auf meinem mp3-Player hat und nie langweilig wird.

Imminent (Starvation) – Lost Highway (Exit)

PowerNoise ist ein Stil der schnell nerven kann. Oft ist es nur monotones Geballer mit dem Versuch maximaler Härte, was aber ohne Kontraste bestenfalls langweilig, schlimmstenfalls penetrant ist.
Wenn es allerdings jemand schafft, mit minimalen Songstrukturen ein spannendes Album und mit aller Härte einen klar ausdifferenzierten Klang zu erschaffen, ist das um so beeindruckender. Wie in allen scheinbar simplen elektronischen Genres gehört eine Menge Können dazu, hier wirklich gute Musik zu machen – und die wenigen, die es schaffen, ragen um so weiter aus der Masse hervor.

Imminent (damals noch Imminent Starvation) hat in meinen Ohren den wichtigsten Meilenstein in diesem Genre geschaffen. Auch 16 Jahre nach seiner Veröffentlichung ist Nord immer noch unerreicht.

Black Lung – The Great Golden Goal

The Great Golden Goal ist ein Album, auf dem Dee Thrussell scheinbar mühelos den Bogen von 80er Synthpop zu Dark Ambiente schlägt und dabei noch das eine oder andere elektronische Genre streift. Aber das neue Black Lung Album ist auch ein schön böses Stück Satire. Und das ist für ein instrumentales Album nun wirklich ungewöhnlich.

Thrussell braucht dazu nicht viel – zwei Zeilen auf dem ansonsten schmucklosen Albumcover und Songtitel wie „Access to Excess“ oder „We Dream of the Pyramid Scheme“ reichen aus, um eine merkwürdige Erwartungshaltung zu wecken, die dann wunderbar mit der Musik kollidiert:
TheGreatGoldenGoal
Schamlos kapitalistische Motivationsmusik also.
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