Black Lung – The Great Golden Goal

The Great Golden Goal ist ein Album, auf dem Dee Thrussell scheinbar mühelos den Bogen von 80er Synthpop zu Dark Ambiente schlägt und dabei noch das eine oder andere elektronische Genre streift. Aber das neue Black Lung Album ist auch ein schön böses Stück Satire. Und das ist für ein instrumentales Album nun wirklich ungewöhnlich.

Thrussell braucht dazu nicht viel – zwei Zeilen auf dem ansonsten schmucklosen Albumcover und Songtitel wie „Access to Excess“ oder „We Dream of the Pyramid Scheme“ reichen aus, um eine merkwürdige Erwartungshaltung zu wecken, die dann wunderbar mit der Musik kollidiert:
TheGreatGoldenGoal
Schamlos kapitalistische Motivationsmusik also.
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Swartalf – Nervengeist

Alle paar Monate frage ich das Internet, ob es endlich weiß, wer damals hinter Swartalf steckte, aber das Geheimnis ist noch immer nicht gelüftet.
Schade, den angesichts der schieren Qualität wüßte ich gerne, ob der kreative Kopf dahinter noch in anderen Projekten aktiv war.
Ich tippe auf ja, aber mangels irgendwelcher Infos über die Identität des Künstlers bleiben die zwei Swartalf-Alben kleine Meisterwerke ohne Kontext.

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Assimilate – Bonusmaterial!

Noch ein paar Ergänzungen zum gestrigen Posting:

  • Zu jedem Kapitel hat Reed ein kleines Mixtape zusammengestellt, zum online-hören auf seiner Website verlinkt. Die perfekte Ergänzung zum Buch, damit man auch dann weiß wovon Reed schreibt, wenn man nicht die halbe Industrial-Geschichte im Plattenschrank stehen hat.
  • Reeds Twitter-Account ist eine Goldgrube.
  • Eine meiner Lieblingsanalysen aus dem Buch ist eine statistische Auswertung der Verwendung von Pronomen in Songtexten. Ergebnis: Trent Reznor verwendet mit Abstand die meisten und besonders „ich“ kommt in NIN-Texten um ein mehrfaches häufiger vor als im Industrial-Durchschnitt.

S. Alexander Reed – Assimilate

Assimilate„SPK attempts to have its revolution and dance to it too.“ – Der Widerspruch zwischen tanzbarem Pop auf der einen und revolutionärem Geräusch auf der anderen Seite zieht sich durch die Industrial-Geschichte und konsequenterweise auch durch S. Alexander Reeds Buch.

Reed ist einerseits Musikwissenschaftler, andererseits Fan. Und genau das trägt erheblich zum Gelingen von „Assimilate: A Critical History of Industrial Music“ bei. Denn Reeds Werk ist von seiner Begeisterung für das Thema getragen – aber er wird dabei nie zum Fanboy, bewahrt seine kritische Distanz.
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Einstürzende Neubauten – ZNS

Meine Jugend fand in den 90ern statt. Ich hatte mir das nicht ausgesucht und war auch ästhetisch meistens mit diesem Jahrzehnt nicht einverstanden.

Außerdem gab es kein Internet. Dafür noch Fernsehsender, die tatsächlich Musikvideos spielten und gelegentlich über ein wenig Narrenfreiheit verfügten. So konnte es dann passieren, dass ich eines Nachmittags den Fernseher anschaltete und das hier sah:

 

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