iVardensphere – Fable

Jetzt drücke ich mich seit zwei Wochen um das versprochene Review zu dem neuen iVardensphere-Album herum. Denn ich tue mir mit einem abschliessenden Urteil diesmal etwas schwer.

iVardensphere_Fable

Die für iVardensphere charakteristische Mischung aus Tribal-Percussion und dunkler Elektronik bildet auch das Rückgrat von Fable, allerdings sind die Schwerpunkte ein wenig anders gesetzt als auf dem Vorgängeralbum. Viele songs sind eindeutig für den Club produziert, und das gekonnt mit druckvollen Beats und heftig unter der Sidechain wobbeltem Bass. Dieser fast schon Trance-artige sound erinnert oft stark an This Morn‘ Omina, ohne jedoch die selbe Vielschichtigkeit zu erreichen, denn zugunsten der Dancefloor-Tauglichkeit wird hier viel an Atmosphäre und Spannungsaufbau geopfert.

Zum Glück ist jedoch nicht das komplette Album so einseitig. Wenn iVardensphere weniger aggressiv auf die Dancefloor-Tube drückt, stimmt die Mischung wieder und man findet auch einige sehr schöne tracks. Dabei gefällt mir auch der Gesang, den ich in der Vergangenheit oft als Schwachpunkt empfand, diesmal deutlich besser. Jamie Blackers Growling klingt erstmal eher nach Metalband, funktioniert aber überraschend gut in Kombination mit der Musik von iVardensphere und passt gut zum Image des Voodoo-Priesters, das in Papa Legba oder Black Lodge beschworen wird. Die Gastvocals von Mari Kattman hingegen sind ein angenehmer, sanfter Gegenpol während einiger der ruhigeren Momente von Fable.

Überhaupt muß man dem Album zugute halten, dass es unterschiedliche Einflüße geschickt unter einen Hut bringt. Man hat das Gefühl, dass iVardensphere nach den Experimenten der vergangenen Alben nun eine viel klarere Vorstellung vom eigenen Stil erarbeitet hat und diese Vorstellung auch umsetzen konnte.

Mein Geschmack ist es allerdings nicht in allen Fällen. Hätte ich das Album vor dem Kauf einmal durchgehört, so hätte ich es entgegen meiner sonstigen Gewohnheit wahrscheinlich nicht komplett, sondern nur etwa die Hälfte der tracks gekauft.

Und das wäre dann auch meine Empfehlung: Vor dem Kauf mal in Ruhe im stream durchhören und sich nach Geschmack die Perlen herauspicken. Bei einem Album wie Fable ist es sehr angenehm, digital diese Option zu haben und nicht immer zwangsweise das komplette Album kaufen zu müssen.

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