Circuitnoise – Uninitialized Memory Access

Ich freue mich ja immer besonders, wenn es mal wieder eine neue Platte von einem Projekt aus meiner im Bezug auf Industrial eher unterversorgten Ecke Deutschlands vorzustellen gibt. Und zu meiner Freude erschien dann ausgerechnet an meinem Geburtstag Corrupted Cloud Transmissions. Jens Rosenfeld alias Circuitnoise aus Darmstadt hat es mir allerdings mit dem Reinhören nicht ganz einfach gemacht – als der Bandcamp-Player mir „streaming client out of sync“ anzeigte, checkte ich erstmal fluchend meine Browesereinstellungen – bis ich endlich kapierte, dass das der Titel des ersten Songs war und ich einfach auf ‚play‘ drücken konnte. Ha!

Der Name Circuitnoise ist Programm – zufälliges Rauschen und Störsignale von allerlei elektrischen Geräten und Schaltkreisen dienen als Ausgangsmaterial, welches dann in musikalische Struktur gebracht wird. Das Ergebnis lässt sich am ehesten in die Drone/Ambient-Ecke einordnen, mit hin und wieder einem Fuß in der PowerElectronis-Tür, unterscheidet sich aber von vielen anderen Projekten durch den immer präsenten Klang roher Elektrik. Mal in Form eines bedrohliches Knisterns, als wäre die ganze Soundkulisse statisch aufgeladen, mal in Gestalt brutalen, niedrigfrequenten Oszilierens, bei dem man unwillkürlich an Teslaspulen denken muß. Aber die Ästhetik des elektrischen Noise bleibt stets präsent, wird nie durch Postprocessing und Effekte übertüncht und verleugnet.
Somit stellt Corrupted Cloud Transmissions unter Beweis, daß der Ansatz von Circuitnoise nicht nur konzeptionell interessant ist, sondern dabei ganz wunderbare Schwallwelten entstehen können.

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