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J.Teipel – Verschwende deine Jugend

verschwende_deine_jugendDAF hatten gerade ihr erstes Konzert gespielt als ich geboren wurde, und die Gründung der Einstürzenden Neubauten lag noch ein Jahr in der Zukunft. Musikalisch spannende Zeiten, aber ich kann leider nicht behaupten, sie bewußt miterlebt zu haben. Doch wenn man sich mit Industrial – oder mit Punk, oder mit einem Dutzend anderer Genres beschäftigt – dann führt alles immer wieder auf die Jahre um 1980 zurück. Und wenn man sich dafür interessiert, wie das damals in Deutschland anfing mit Punk und New Wave und ja, auch mit Industrial, dann ist Jürgen Teipels „Doku-Roman“ Verschwende deine Jugend eine eben so aufschlußreiche wie unterhaltsame Lektüre.

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Assimilate – Bonusmaterial!

Noch ein paar Ergänzungen zum gestrigen Posting:

  • Zu jedem Kapitel hat Reed ein kleines Mixtape zusammengestellt, zum online-hören auf seiner Website verlinkt. Die perfekte Ergänzung zum Buch, damit man auch dann weiß wovon Reed schreibt, wenn man nicht die halbe Industrial-Geschichte im Plattenschrank stehen hat.
  • Reeds Twitter-Account ist eine Goldgrube.
  • Eine meiner Lieblingsanalysen aus dem Buch ist eine statistische Auswertung der Verwendung von Pronomen in Songtexten. Ergebnis: Trent Reznor verwendet mit Abstand die meisten und besonders „ich“ kommt in NIN-Texten um ein mehrfaches häufiger vor als im Industrial-Durchschnitt.

S. Alexander Reed – Assimilate

Assimilate„SPK attempts to have its revolution and dance to it too.“ – Der Widerspruch zwischen tanzbarem Pop auf der einen und revolutionärem Geräusch auf der anderen Seite zieht sich durch die Industrial-Geschichte und konsequenterweise auch durch S. Alexander Reeds Buch.

Reed ist einerseits Musikwissenschaftler, andererseits Fan. Und genau das trägt erheblich zum Gelingen von „Assimilate: A Critical History of Industrial Music“ bei. Denn Reeds Werk ist von seiner Begeisterung für das Thema getragen – aber er wird dabei nie zum Fanboy, bewahrt seine kritische Distanz.
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