Ad·ver·sary – No Exit

Man denkt ja manchmal, die Begeisterungsfähigkeit für Musik ließe mit zunehmendem Alter nach. Dank Bone Music weiß ich, dass dem zum Glück nicht so ist und ich mit Mitte Dreißig noch immer genau so enthusiastisch sein kann wie in meiner Jugend. Kaum ein Album hat mich in den letzten zehn Jahren auf Anhieb so begeistert wie das Debut von Jairus Khan, alias Ad·ver·sary.

No Exit hat einen treibenden Rhythmus, der trotz harscher Verzerrungen sehr ausdifferenziert und groovy daherkommt. Der als Kontrapunkt zu den verzerrten Elementen langsam eingetaktete Bass ist unheimlich dreist geklaut, und wer das Motiv nicht erkennt muss seinen schwarzen Mantel abgeben und zurück in die Grufti-Grundschule. Das Zitat ist dabei kein Zeichen von Einfallslosigkeit, im Gegenteil – das Bassmotiv ist so geschickt in einen neuen Kontext gebracht das man den Hut vor Khans Chuzpe ziehen muss.

Und Ad·ver·sarys Musik wird nochmal besser dadurch, dass sie unter einer Creative Commons Lizenz steht, für nichtkommerzielle Zwecke also kostenlos heruntergeladen und weiterkopiert werden darf. Also los!

Von Ad·ver·sary hat man seit dem Debut vor sechs Jahren leider nichts mehr gehört, aber Jairus Khan ist inzwischen bei Antigen Shift eingestiegen. Was auch in einem sehr guten Album resultierte (dazu vielleicht ein andermal mehr), aber ich hoffe dennoch dass dies nicht das Ende von Ad·ver·sary bedeutet. Ich bin einfach viel zu gespannt zu sehen, in welche Richtung Khans Solo-Projekt sich nach diesem phänomenalen Debut entwickelt.

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