Monatliches Archiv: März 2015

Plastic Noise Experience – Das Ritual

Dieses Lied hat mich in den vergangenen Wochen fast um den Verstand gebracht.

Ich hatte die Musik genau im Ohr und konnte mich auch noch an die Textzeilen „Du stehst allein an der Wand“ und „Du wartest auf die Rache der Götter“ erinnern, aber mir war völlig entfallen, von wem der track war oder wie er hieß. Und erstaunlicherweise brachte auch eine Google-Suche nach den Text-Fragmenten keine Treffer.

Ich wußte nur noch: Es war von einer Band, von der ich nur einen einzigen track hatte, also wahrscheinlich von irgendeiner Compilation. Nach langem Wühlen, Suchen und Durchhören hab ich ihn dann endlich auf einem 12 Jahre alten Mixtape gefunden. Juchu!

So, und jetzt stehen die Textzeilen hier, damit der nächste, der dem song hinterhergooglet, schneller fündig wird als ich.

Ah Cama-Sotz – None Of This Is True

1999 war ein gutes Jahr für An-Zen. Neben dem legendären Nord von Imminent Starvation erschien unter anderem auch das dritte Album von Ah Cama-Sotz.

Terra Infernalis war meiner Ansicht nach ein großer Schritt nach vorne für Ah Cama-Sotz und ist ein viel spannenderes Album als seine beiden Vorgänger. Terra Infernalis ist gleichermassen krachig-tanzbar wie atmosphärisch dicht – eine Kombination, die wenigen so gut gelingt und die sich auch auf den folgenden Alben wiederfinden würde.

Angesichts der Vielzahl von großartigen tracks auf Terra Infernalis fiel es schwer, einen einzelnen auszuwählen. Narbukh, Rite and Belief oder Look for graves with holes in them hätten es genau so verdient – aber irgendwie komme ich doch immer wieder auf None of this is true zurück – ein song, der seit vielen Jahren einen festen Platz auf meinem mp3-Player hat und nie langweilig wird.

Chamber Music at Ground Zero

Diesen Samstag ist es wieder so weit – im Keller der Bessunger Knabenschule (Darmstadt) findet die Industrial Party überhaupt statt.
Ich kann die Chamber Music gar nicht hoch genug loben und finde es immer wieder bemerkenswert, das diese Party nun seid 17 Jahren stattfindet und sich ihrem Stil treu geblieben ist. Zwar schaffe ich es inzwischen nur noch selten dorthin, aber es ist keine Untertreibung zu sagen, dass es ohne die Chamber Music kein eigengrau gäbe. Im kunstnebelgeschwänkerten Gewölbe der Bessunger Knabenschule habe ich eine Menge Musik, die ich sonst nur vom Kopfhörer kannte, das erste mal so laut gehört wie sie gemeint war und dabei mehr als nur ein Aha!-Erlebnis gehabt.

Diesmal gibt es zur Einstimmung auf die Party einen schönen Mix:

Session #1 by Bernardo Troux on Mixcloud

Spiegelt gut die musikalische Bandbreite wieder, die einen auf der Chamber Music erwartet – und die Ankündigung, es handele sich um „mainly new/rarely played stuff“ ist nicht unertrieben – muss gestehen das mir das Material fast komplett unbekannt war.
Der Höhepunkt war für mich dabei neues Material von einem Altmeister des Industrial: Chris Carter mit Mute MSII. Wow, hat das Stück eine Dynamik! Ich glaube, das könnte auch in einer meiner nächsten Playlists landen…

Laibach – Geburt einer Nation

Nun habe ich Laibach in letzter Zeit des öfteren erwähnt, wird also höchste Zeit, auch mal was von Laibach zu spielen.

Die deutsche Coverversion von Queens „One Vision“ (von einer slowenischen Band, wohlgemerkt) ist nicht nur auf eine sehr eigene Weise urkomisch, sondern auch ein Paradebeispiel für Laibachs Auseinandersetzung mit ihrem großen Thema: Die Gemeinsamkeiten von Pop und Faschismus.
Da könnte man jetzt durchaus ein beträchtliche Faß an Interpretationen aufmachen, aber das wurde in den fast dreißig Jahren seit Erscheinen des Albums schon zu genüge getan. Also fassen wir uns hier kurz – mit Laibachs eigenen Worten:

„We are as much fascists as Hitler was a painter.“